Besonders deutlich werden die durchaus bürgerlichen Vorstellungen an die eigene Zukunft bei den Antworten zu den Fragen nach konkreter Perspektiveplanung:
So befürworten die meisten Kids, wieder zur Schule zu gehen und einen Schulabschluss zu machen. Alternativ dazu wird eine Berufsausbildung ins Auge gefasst. Nur vereinzelt stößt beides auf Ablehnung. Für den weiteren Lebensweg erhoffen sich mehr als vier Fünftel der Interviewten »feste Arbeit« und »eine eigene Wohnung«. Knapp die Hälfte denkt bereits darüber nach, später »Familie und Kinder« zu haben.
Für den Wunsch nach Normalität, nach üblichen, durchaus bürgerlichen Werten gibt es Gründe: Einerseits haben die meisten Straßenkinder entsprechende Normalität in der eigenen Biographie noch nie (oder zumindest zuletzt nicht) erlebt, andererseits führt ihnen die Öffentlichkeit tagtäglich auf der Straße die Annehmlichkeiten üblicher Lebensformen vor Augen. Primäre Erwartungen an eine Zukunft mit Wohnung, Beruf und möglicherweise Familie sind Sicherheit, ein akzeptabler Lebensstandard und die Imagination von »Glückseligkeit«.





